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Papst Franziskus über Antisemitismus: Erinnerung hilft gegen die Gleichgültigkeit

30.01.2018 - Artikel
Holocaust-Mahnmal in Berlin
Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Berlin, 28.12.2017 | Verwendung weltweit© dpa


Papst Franziskus hat am 29. Januar 2018 – zwei Tage nach dem Holocaust-Gedenktag – anlässlich einer internationalen Konferenz gegen Antisemitismus und Judenhass der OSZE dazu aufgefordert, den Kampf gegen Antisemitismus fortzuführen. 

Gleichgültigkeit ist ein Grund für Hass

Einerseits müsse man die Gründe für Gewalt versuchen zu verstehen und deren „perverse Logik zurückweisen“, anderseits sei es wichtig, „schnell und aktiv“ gegen Antisemitismus vorzugehen. Nicht nur der Hass müsse bekämpft werden, sondern auch die Gleichgültigkeit der Menschen. Denn die Gleichgültigkeit halte sie davon ab, für Gerechtigkeit einzutreten. Diese Gleichgültigkeit sei auch einer der Hauptgründe für das Aufkommen von Fremdenhass.

Besuch in Auschwitz

In diesem Zusammenhang sprach Papst Franziskus auch seinen Besuch im Konzentrationslager Auschwitz im Jahr 2016 an. Er erinnere sich, dass dort ein „ohrenbetäubendes, beunruhigendes Schweigen“ geherrscht habe, in dem es nur Raum „für Tränen, Gebet und die Bitte um Vergebung“ gegeben habe. Ronald Lauder, Präsident des Jüdischen Weltkongresses, hatte den Besuch des Papstes in Auschwitz als „starkes Signal gegen den Hass“ bezeichnet und Franziskus als „engsten Verbündeten der jüdischen Gemeinschaft“ im Kampf gegen Antisemitismus gelobt.

Erinnerung hilft gegen Gleichgültigkeit

Franziskus betont, dass man sich an alles erinnern müsse, nicht nur an das „Glorreiche und Angenehme“, sondern an „alles“, also auch an die dunklen Stunden, an das Unangenehme, an das Unrühmliche, um die Gleichgültigkeit zu bekämpfen. Die Fähigkeit, sich gemeinsam zu erinnern, sei der Schlüssel zur Zukunft. Dieser Schlüssel müsse an künftige Generationen weitergegeben werden. Denn ohne würdige Zukunftspläne, so der Papst weiter, werde es keine friedliche Zukunft geben. Wichtig ist dem Papst neben der Erinnerung die Bildung der Jugend, um den Kampf gegen Diskriminierung fortzuführen. Auch wenn heute weltweit viele Menschen vernetzt seien, nehme die Aufmerksamkeit für den anderen ab.


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