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Sant'Egidio feiert 50-jähriges Bestehen

12.02.2018 - Artikel
50 Jahr Feier von Sant'Egidio in San Giovanni di Laterano
50 Jahr Feier von Sant'Egidio in San Giovanni di Laterano© dpa

Am vergangenen Samstag, den 10. Februar, hat die Laienbewegung Sant'Egidio gemeinsam mit über 5.000 Vertretern aus Politik, Kirche und Zivilgesellschaft in der Basilika San Giovanni in Laterano ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Sant’Egidio setzt sich seit der Gründung 1968 für Friedensmediation, die Betreuung von Flüchtlingen und Migranten, karitative Arbeit und den Dialog der Religionen ein. Was zunächst im römischen Stadtviertel Trastevere mit Hausaufgabenhilfe für benachteiligte Kinder  begann, hat sich in den letzten fünf Jahrzehnten zu einem wichtigen Akteur in der Außenpolitik und Partner für die Kirche und Staaten entwickelt. Weltweit ist die Gemeinschaft an 50 Friedensprozessen beteiligt und trägt so zur Beilegung von kriegerischen Konflikten bei. Einer der Glanzlichter dieser Friedensarbeit war dabei die Unterzeichnung des Friedensvertrages von Mosambik im Oktober 1992.

50 Jahre Sant'Egidio, Paolo Gentiloni
50 Jahre Sant'Egidio, Paolo Gentiloni© dpa

Glückwünsche von Bundeskanzlerin Merkel

Im übermittelten Glückwunschschreiben würdigt Bundeskanzlerin Angela Merkel den Blick der Gemeinschaft für die Randgruppen unserer Gesellschaft und die Fähigkeit, den Fokus der Politik auf diese Gruppen zu lenken:

„Wenn Sie heute als weltweit tätige Gemeinschaft international anerkannt sind und Menschen unterschiedlichster Herkunft und Religion mit großem Respekt von Sant'Egidio sprechen, so ist dies ein eindrucksvolles Zeugnis davon, dass Sie es auch heute verstehen, die jeweiligen Peripherien dieser Welt ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken.“ 

Bei der Jubiläumsfeier hoben in gleicher Weise der italienische Premierminister, Paolo Gentiloni, und der Präsident des Europäischen Parlaments, Antonio Tajani, den wichtigen humanitären Beitrag von Sant'Egidio für Arme, Behinderte, Roma und Flüchtlinge hervor.

Der Präsident der Gemeinschaft, Prof. Marco Impagliazzo, dankte dem Gründer der Bewegung, Andrea Riccardi, der mit seinem unermüdlichen Einsatz die Bewegung zu einem Vorbild für Humanität in der ganzen Welt gemacht hat. Für das jahrelange Engagement von Sant‘Egidio für Frieden und die Verständigung von Völkern, Kulturen und Religionen wurde Andrea Riccardi im Jahr 2009 der Aachener Karlspreis verliehen.

50 Jahre Sant'Egidio, Andrea Riccardi
50 Jahre Sant'Egidio, Andrea Riccardi© dpa

Zusammenarbeit von Deutschland mit Sant'Egidio

Deutschland arbeitet seit Jahren eng mit Sant'Egidio zusammen. Das Auswärtige Amt fördert Sant’Egidio im Bereich der Friedensmediation mit Schwerpunkt in Afrika, aber auch in Ländern Lateinamerikas, Europas und Asiens. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besuchte den Sitz der Laienbewegung anlässlich seines Papstbesuches im vergangenen Herbst und hob den wichtigen Beitrag von Sant'Egidio für die Verständigung der Völker hervor.

50 Jahre Sant'Egidio, Prof. Impagliazzo
50 Jahre Sant'Egidio, Prof. Impagliazzo© dpa

Beim Internationalen Friedenstreffens der Gemeinschaft Sant’Egidio vergangenes Jahr in Münster hat auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel die wichtige Arbeit von Sant'Egidio für den Dialog der Religionen unterstrichen: „Das friedensstiftende Wirken einer Gemeinschaft wie Sant’Egidio setzt auf die Kraft des Wortes und des gemeinsamen Gebetes. Sie setzt auf Begegnung, auf Verständigung und Versöhnung. Im Dialog hält sie Türen offen, um aufeinander zugehen zu können. Sie tut dies in der Gewissheit, dass Veränderung zum Guten möglich ist, auch wenn das oft viel Geduld und Mühe verlangt.“


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