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Franziskus auf die Couch legen - Buchvorstellung in der Residenz mit Werken von Andreas R. Batlogg und Jürgen Erbacher

08.06.2018 - Artikel
Botschafterin Schavan, Kardinal Kasper, Andreas Batlogg, Pater Hagenkord
Botschafterin Schavan, Kardinal Kasper, Andreas Batlogg, Pater Hagenkord© Deutsche Botschaft Hl. Stuhl

Franziskus auf die Couch legen - das ist gerade nicht der Ansatz der beiden Autoren, deren Franziskusanalysen Thema eines Abendgespräches am vergangenen Mittwoch, den 06. Juni 2018 in der Residenz der Deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl waren.

Zum fünfjährigen Amtsjubiläum von Papst Franziskus erschien eine Vielzahl unterschiedlicher Bücher über den Papst, manche anklagend, manche verteidigend – viele schnell vergessen. Andreas R. Batlogg SJ und Jürgen Erbacher wählten jeder für sich einen anderen Ansatz, der verspricht, nicht so schnell vergessen zu werden.  

Andreas R. Batlogg
Andreas R. Batlogg© Deutsche Botschaft Hl. Stuhl

Der Jesuitenpater und Journalist Batlogg wählte als Titel ‚Der evangelische Papst – Hält Franziskus, was er verspricht?‘. Kardinal Walter Kasper, der das Buch vorstellte, unterstrich, das P. Batlogg zwar ganz eindeutig auf der Seite des Papstes steht. Der Autor es aber dennoch nicht unterschlägt, wo er selbst noch Fragen sieht und Schwierigkeiten hat.

Kardinal Walter Kasper
Kardinal Walter Kasper© Deutsche Botschaft Hl. Stuhl

Ein Buch also, das genau wie bei Jürgen Erbachers ‚Weiter denken – Franziskus als Papst und Politiker‘ dem Leser das Denken und Entscheiden nicht abnimmt. Der ZDF-Redakteur und frühere Radio Vatikan Mitarbeiter Erbacher kennt Papst Franziskus von zahlreichen persönlichen Begegnungen und Reisen. Erbacher hat dementsprechend auch, wie es P. Bernd Hagenkord SJ in seiner Einführung in das Buch betonte, ein „journalistisches Buch im besten Sinne des Wortes“ geschrieben. Darstellend, zusammenführend, erklärend und deutend. Erbacher entscheidet nicht stellvertretend für den Leser, sondern dieser muss sich auch hier seine eigene Meinung über Papst Franziskus bilden.

Dies war – so Kasper und Hagenkord übereinstimmend – bei beiden Büchern eine der zentralen Thesen über Papst Franziskus: er fordert den einzelnen Menschen, er erschüttert vielleicht sogar, aber er nimmt jeden Einzelnen dadurch Ernst und geht in seinem Denken, Entscheiden und Tun vom konkreten Schicksal einer Person aus. Und hierbei wird Papst Franziskus sich, so sind sich die beiden Autoren einig, nicht beirren lassen.

Pater Bernd Hagenkord
Pater Bernd Hagenkord© Deutsche Botschaft Hl. Stuhl

Kardinal Kasper und Pater Hagenkord, die die Bücher vorstellten und die aktuelle Kontroverse mit der hektischen Diskussion (nicht nur) in Deutschland zum Kommunionempfang konfessionsverbindender Paare als Hintergrundrauschen des Abends nicht unerwähnt und unbedacht lassen konnten, gaben sich überzeugt, dass der Papst auf seinem Weg mit Christus unterwegs ist und deshalb die Kraft und Ausdauer des Heiligen Geistes hat, weiter voranzugehen. Kasper zitierte dazu eine Aussage des Papstes, der ihm einmal  anvertraute: „Ich habe den Frieden meines Herzens keinen Augenblick verloren.“

Die Botschafterin als Hausherrin konnte auch an diesem Abend wieder eine große Zahl an Besucherinnen und Besuchern willkommen heißen und freute sich über ein volles Haus und das rege Interesse am Thema und den Personen, um die es ging und die uns den Abend ermöglichten: P. Andreas Batlogg SJ, Jürgen Erbacher und den beiden Verlagen sowie Kardinal Walter Kasper und P. Bernd Hagenkord SJ als Wegweiser und Pfadfinder durch die Bücher.

Botschafterin Schavan Buchvorstellung am 06.06.2018
Botschafterin Schavan Buchvorstellung am 06.06.2018© Deutsche Botschaft Hl. Stuhl

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