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Einladung zur Veranstaltung „Normale Gewalt? – Frauen auf der Flucht vor Gewalt“

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Aus Anlass des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen laden wir Sie herzlich zur Veranstaltung „Normale Gewalt? – Frauen auf der Flucht vor Gewalt“ am 23. November 2017 ab 17.00 in die Casa del Cinema, Villa Borghese ein. (...)

Normale Gewalt? Violenza normale?
Normale Gewalt? Violenza normale?© Deutsche Botschaft beim Heiligen Stuhl

Aus Anlass des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen laden wir Sie herzlich zur Veranstaltung „Normale Gewalt? – Frauen auf der Flucht vor Gewalt“ am 23. November 2017 ab 17.00 in die Casa del Cinema, Villa Borghese ein.

Gewalt gegen Frauen beschränkt sich nicht auf spezielle Kulturen, Regionen, Länder oder einige Gruppen von Frauen, sondern ist in beinahe allen Teilen der Welt immer noch Alltag. Bis zu 70% aller Frauen werden im Laufe ihres Lebens Opfer von Gewalttaten. Nicht zuletzt die Kampagne #metoo hat gezeigt, dass sexuelle Belästigungen und Gewalt gegen Frauen allgegenwärtig sind. Die Deutsche Botschaft beim Hl. Stuhl lädt Sie daher ein, sich gemeinsam mit Vertretern der Zivilgesellschaft, der Politik und der Kirche diesem Thema anzunehmen und nach Lösungen zu suchen, wie die Zivilgesellschaft, Politik und Kirche gegen Gewalt gegen Frauen ankämpfen kann.

Auf dem Programm ab 17 Uhr in der Casa del Cinema stehen Diskussionen mit NGOs, Politik und Kirche sowie die Vorführung des Dokumentarfilms „Unter aller Augen“ von Claudia Schmid.

Die Beiträge werden deutsch-italienisch simultan gedolmetscht.

Wir diskutieren mit:

S.E. Mons. Vincenzo Paglia

Vincenzo Paglia, ist katholischer Erzbischof, Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben und Großkanzler des Päpstlichen Familien- und Eheinstituts ‚Johannes Paul II.‘ Nach seiner Bischofsweihe war er zunächst Diözesanbischof, dann Kurienerzbischof und Präsident des Päpstlichen Familienrates. Als langjähriger Rektor der Kirche Sant’Egidio und Pfarrer von Santa Maria in Trastevere gehört er seit 1973 zum Gründerkreis der Gemeinschaft Sant’Egidio und war viele Jahre bis zu seiner Bischofsweihe im Jahr 2000 deren Geistlicher Assistent.

Papst Franziskus ordnete bei der Neugliederung der Akademie für das Leben ausdrücklich an, dass nicht nur Abtreibung und Euthanasie im Blick sein sollen, sondern alle Formen, in denen menschliches Leben in Gefahr ist, unterdrückt, ausgebeutet oder marginalisiert wird; also bei illegalem Organhandel, Menschenhandel, Prostitution, modernen Formen von Sklaverei, u.ä.

Frau Karin Nordmeyer, UN WOMEN

UN Women unterstützt zwischenstaatliche Institutionen bei der Formulierung von globalen Standards und Normen zur Erreichung von Gleichberechtigung von Frauen. Daneben kooperiert UN Women mit der Zivilgesellschaft und den Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen durch technische und finanzielle Unterstützung bei der Implementierung dieser Standards helfen. Karin Nordmeyer ist die Vorsitzende des Deutschen Komitees von UN Women.

Frau Annemarie Pitzl (SOLWODI)

SOLWODI (Solidarity with Women in distress) ist eine Nichtregierungsorganisation (NRO), die gegen Prostitution kämpft und Prostituierten neben psychosozialer Betreuung, gesundheitlicher Aufklärung und juristischer Beratung Berufsausbildungen ermöglicht und Mikrokredite für Existenzgründungen finanziert. Zudem setzt sich die NGO für Töchter von Prostituierten ein. In Deutschland engagiert sich SOLWODI vor allem für Opfer von Menschenhandel, Zwangsprostitution, Beziehungsgewalt und Zwangsheirat. SOLWODI ist Gründungsmitglied der Koalition gegen Prostitution (CAP international - Coalition against Prostitution).

Monika Attias, Sant’Egidio

Sant’Egidio ist eine geistliche Laien-Gemeinschaft, die 1968 in Trastevere gegründet wurde. Die Gemeinschaft Sant’Egidio ist in vielen Bereichen tätig, so in der Betreuung von Alten, Kranken und Armen in Rom, in der Betreuung von Sinti und Roma, von ohne Dokumenten in der Illegalität lebenden Migranten, von Flüchtlingen aus (Bürger-)Kriegsgebieten. International ist die Gemeinschaft tätig hauptsächlich in Afrika in der AIDS-Vorsorge, im Kampf für ein Geburtenregister und in der Friedensarbeit. Die Gemeinschaft hat zur Aufnahme von Flüchtlingen in verschiedenen europäischen Staaten sog. „humanitäre Korridore“ geschaffen. Bei der Arbeit mit Flüchtlingen werden die Angehörige immer wieder auch mit Opfern von Menschenhandel und mit sexueller Gewalt gegen Frauen auf der Flucht konfrontiert.

Francesca Cocchi, European Women’s Lobby Italia

Die European Women’s Lobby (EWL) setzt sich seit über 25 Jahren für die Rechte von Frauen ein. Auf europäischer Ebene wird sie als Lobby-Gruppe in Brüssel und den Hauptstädten tätig. Sie setzt sich für Gleichberechtigung und der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen ein. Sie agiert als Intermediator zwischen Organisationen und politischen Institutionen.

Im Anschluss an die Diskussion wird um 20 Uhr die Dokumentation „Unter aller Augen“ von Claudia Schmid gezeigt. Der Film zeigt auf, wie tagtäglich Gewalttaten an Frauen verübt werden, die häufig deshalb übersehen werden, weil keiner hinschauen will. Das Risiko für eine Frau, Opfer eines Übergriffs zu werden, ist ungleich höher als bei Männern - egal ob sie in Europa, Asien oder Afrika leben. Mancherorts erleben 70% aller Frauen einmal im Leben physische oder sexuelle Gewalt. In den meisten Fällen ist der Täter dabei der eigene Partner, der sich durch eine unabhängige Frau bedroht fühlt. Filmemacherin Claudia Schmid nähert sich dieser erschreckenden Statistik auf menschliche Weise und spricht mit Frauen, die sich gegen ihre Opferrolle gewehrt haben und von ihren schrecklichen Erfahrungen erzählen. Die Regisseurin erforscht die Strukturen und Funktionsweise von Gewalt dabei in unterschiedlichen Gesellschaftssystemen und Kulturen der Welt.

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