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Geschichte des Ordens

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Der Souveräne Ritter- und Hospitalorden vom Heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta ist ein katholischer Laienorden, der 1113 in Jerusalem zur Betreuung der verletzten und kranken Kreuzzugsritter gegründet wurde. (...)

Fassade des Magistralpalastes
Fassade des Magistralpalastes© SMOM

Der Souveräne Ritter- und Hospitalorden vom Heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta ist ein katholischer Laienorden, der 1113 in Jerusalem zur Betreuung der verletzten und kranken Kreuzzugsritter gegründet wurde. 1798 verlor der Orden weitgehend kampflos sein maltesisches Staatsvolk und Staatsgebiet, als Napoleon I. auf seinem Weg nach Ägypten mit Flotte und Armee die Insel besetzte. Nach der Vernichtung der franz. Mittelmeerflotte vor Alexandria 1798 wurde Malta wenig später vom Vereinigten Königreich eingenommen und Teil des britischen Empire. Die Ordensspitze wich nach Rom aus, wo das Ordensleben in den Jahren danach weitgehend zum Erliegen kam. Erst in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Orden wiederbelebt und erlangte innerhalb des Heiligen Stuhls erneut Geltung.

Die Einordnung des Ordens als Völkerrechtssubjekt beruht auf seiner historischen Bedeutung. Im 15. Jahrhundert hatte der Orden auf Malta bereits eine eigene Gerichtsbarkeit und eine völkerrechtliche Vertrags- und Handlungsfähigkeit. Im 18. Jahrhundert schloss der Orden völkerrechtliche Verträge ab. Aufgrund der Anknüpfung der Völkerrechtssubjektivität an die Erfüllung der karitativen Aufgaben des Ordens blieb auch nach Verlust von Rhodos bzw. Malta die Völkerrechtssubjektivität („sui generis“) erhalten. Der Orden verfügt über eine eigene Ordensregierung, entsendet Botschafter und hat eine eigene Gerichtsbarkeit. Er entscheidet autonom nach seiner eigenen Verfassung und seinem Kodex über die Aufnahme neuer Mitglieder und über seine Aufgaben. Immer noch stammen viele Mitglieder, insbesondere die an führender Stelle, aus ehemaligen adligen Ritterfamilien. Um sich auf eine breitere Basis zu stellen hat sich der Orden in der Neuzeit auch Nicht-Adligen geöffnet, die inzwischen in der Mitgliedschaft dominieren.

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